OpenAI baut sein Werbegeschäft innerhalb von ChatGPT weiter aus. Die Anzeigenplattform ist inzwischen in 89 Ländern verfügbar. Gleichzeitig führt das Unternehmen neue Anzeigenformate ein und vereinfacht die Anbindung von Online-Shops über Shopify. Besonders für E-Commerce-Unternehmen und Online-Marketer entstehen dadurch neue Möglichkeiten, potenzielle Kunden direkt während ihrer Produktsuche zu erreichen.

ChatGPT entwickelt sich zunehmend zu einer Plattform, auf der Menschen nicht nur Informationen suchen, sondern auch Produkte vergleichen und Kaufentscheidungen vorbereiten.

Genau hier setzt OpenAI mit ChatGPT Ads an.

Nach Angaben des Unternehmens haben bereits mehr als 100.000 Werbetreibende Kampagnen über die Plattform geschaltet. Am 21. Oktober 2026 kündigte OpenAI die Expansion in 26 weitere Länder an. Damit steigt die Zahl der unterstützten Märkte auf insgesamt 89.

Zusätzlich gibt es Neuerungen bei Anzeigenformaten, der Shop-Anbindung und der Darstellung von Werbung innerhalb der ChatGPT-Oberfläche.

ChatGPT Ads jetzt in 89 Ländern verfügbar

Mit der jüngsten Expansion erweitert OpenAI seine Werbeplattform insbesondere in Lateinamerika, Europa, Afrika und Asien.

Zu den neu hinzugekommenen Märkten gehören unter anderem Argentinien, Chile, Kolumbien, Peru, Nigeria, Südafrika, Serbien und die Ukraine.

Auch in Deutschland können Unternehmen bereits Werbung über ChatGPT schalten. Hierzulande wurde der Zugang im August 2026 eingeführt.

Werbetreibende können ihre Kampagnen je nach Land direkt über den Ads Manager oder über entsprechende Technologie- und Agenturpartner verwalten.

Für Unternehmen entsteht damit ein zusätzlicher Werbekanal neben etablierten Plattformen wie Google Ads, Meta Ads oder TikTok Ads.

Neues Anzeigenformat: Bis zu sechs Bilder in einer Anzeige

Seit dem 26. Oktober 2026 steht Werbetreibenden ein neues Multi-Image-Anzeigenformat als offene Beta zur Verfügung.

Bisher konnten Unternehmen vor allem einzelne Bilder in ihren Anzeigen verwenden.

Mit dem neuen Format lassen sich vier bis sechs Bilder innerhalb einer Anzeige kombinieren.

Die Bilder müssen quadratisch im Seitenverhältnis 1:1 vorliegen.

Im Ads Manager können Werbetreibende dafür unter „Ad format“ die Option „Multiple images“ auswählen.

Das Format eignet sich beispielsweise für Online-Shops, die mehrere Produkte präsentieren möchten, oder für Unternehmen, die verschiedene Eigenschaften einer Dienstleistung visuell hervorheben wollen.

Gerade im E-Commerce könnten solche Anzeigen interessant werden, weil potenzielle Kunden mehrere Produkte oder Varianten innerhalb eines Werbeformats entdecken können.

Ob Multi-Image-Anzeigen tatsächlich bessere Klickraten oder Conversion-Raten erzielen, lässt sich derzeit allerdings nicht pauschal sagen.

Shopify-Integration erleichtert Produktwerbung

Eine weitere Neuerung betrifft die Anbindung von Shopify.

Onlinehändler können ihren Shopify-Shop mit dem ChatGPT Ads Manager verbinden.

Dabei lassen sich unter anderem Produktkataloge und bestimmte Commerce-Ereignisse synchronisieren.

Dadurch müssen Produktinformationen nicht mehr vollständig manuell in die Werbeplattform übertragen werden.

Über die Integration können Händler beispielsweise:

  • Produktinformationen mit ChatGPT Ads synchronisieren.
  • Produktanzeigen auf Basis ihres Shop-Katalogs erstellen.
  • Änderungen am Sortiment einfacher übernehmen.
  • Bestimmte Conversion-Ereignisse zur Erfolgsmessung übertragen.

Für die Messung kommt unter anderem der OpenAI Pixel für Shopify zum Einsatz.

OpenAI erweitert die internationale Verfügbarkeit dieser Integration. Händler sollten jedoch prüfen, ob die Shopify-App und die entsprechenden Funktionen für ihren konkreten Markt bereits freigeschaltet sind.

Wichtig für deutsche Shopbetreiber: Werden personenbezogene Daten oder Nutzungsereignisse für Werbezwecke übertragen, müssen die geltenden Datenschutzanforderungen berücksichtigt werden. Eine technische Integration ersetzt keine Prüfung der erforderlichen Einwilligungen und Datenschutzhinweise.

ChatGPT bekommt breitere Werbeanzeigen

Auch die Darstellung der Anzeigen verändert sich.

OpenAI führt schrittweise ein breiteres Standard-Anzeigenformat ein, das auf Desktop-Geräten mehr Platz innerhalb der ChatGPT-Oberfläche einnimmt.

Dadurch sollen Werbeinhalte visuell besser zur Geltung kommen.

Für bestehende Werbekampagnen ist keine Anpassung erforderlich.

Das neue Format verwendet die bereits vorhandenen Anzeigen und Werbemittel.

Unternehmen müssen ihre Kampagnen deshalb nicht neu erstellen.

Wie unterscheidet sich ChatGPT-Werbung von Google Ads?

Ein wesentlicher Unterschied liegt im Nutzungskontext.

Bei Google Ads orientiert sich Suchmaschinenwerbung häufig an konkreten Suchanfragen und Keywords.

Innerhalb von ChatGPT können Nutzer dagegen längere Gespräche führen, Fragen präzisieren und unterschiedliche Angebote vergleichen.

Eine Person könnte beispielsweise nach einer geeigneten Software für ihr Unternehmen fragen, anschließend Funktionen vergleichen und schließlich nach bestimmten Anbietern suchen.

Passende Werbeanzeigen können in solchen Entscheidungssituationen eingeblendet werden.

OpenAI berücksichtigt dabei verschiedene Relevanzsignale, darunter den Gesprächskontext und die erkennbare Absicht des Nutzers.

Das bedeutet allerdings nicht, dass Werbetreibende Zugriff auf private ChatGPT-Unterhaltungen erhalten.

Laut OpenAI bleiben Gespräche gegenüber Werbetreibenden privat. Anzeigen sind außerdem gesondert gekennzeichnet und beeinflussen nicht die Antworten des KI-Assistenten.

Für wen lohnt sich ChatGPT Ads?

Besonders interessant könnte die Plattform für Unternehmen werden, deren Produkte oder Dienstleistungen häufig recherchiert und miteinander verglichen werden.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Online-Shops mit erklärungsbedürftigen Produkten
  • Software- und SaaS-Anbieter
  • Dienstleistungsunternehmen
  • Anbieter digitaler Produkte
  • Unternehmen mit internationaler Zielgruppe

Für Online-Marketer entsteht damit ein zusätzlicher Kanal, der sich stärker an Gesprächssituationen und Kaufentscheidungsprozessen orientiert.

Allerdings befindet sich die Plattform weiterhin in einer vergleichsweise frühen Entwicklungsphase.

Wer ChatGPT Ads testen möchte, sollte deshalb zunächst mit klar definierten Kampagnenzielen arbeiten und Ergebnisse wie Klickkosten, Conversion-Raten und tatsächliche Umsätze sorgfältig auswerten.

Fazit: ChatGPT wird als Werbeplattform zunehmend interessant

Mit der Expansion auf 89 Länder, neuen Multi-Image-Anzeigen und der internationalen Shopify-Anbindung entwickelt OpenAI seine Werbeplattform weiter.

Besonders für Online-Shops und Unternehmen mit erklärungsbedürftigen Angeboten könnten sich interessante Möglichkeiten ergeben.

Gleichzeitig bleibt abzuwarten, wie sich Anzeigenpreise, Reichweite und tatsächliche Werbewirkung entwickeln.

Für Online-Marketer lohnt es sich daher, ChatGPT Ads als zusätzlichen Werbekanal zu beobachten und gegebenenfalls erste Kampagnen zu testen.

Denn die Art, wie Menschen Produkte recherchieren und Kaufentscheidungen treffen, verändert sich zunehmend durch KI-gestützte Such- und Beratungssysteme.

TRANSPARENZ GEHÖRT DAZU

Quellen & Bildnachweise

Inhaltliche Quellen

Bildnachweise

Bild: KI-generiertes Symbolmotiv mit OpenAI / ChatGPT; Titelgestaltung: Business mit Kopf. Keine echte ChatGPT-Oberfläche.

GEDANKEN AUSTAUSCHEN

0 Kommentare

Hier wurden noch keine Kommentare veröffentlicht.